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Vitello Tonnato mit zartem Kalbfleisch und cremiger Sauce

Renate Eichhorn 19. Juli 2026
Dünne Scheiben Kalbfleisch, garniert mit einer cremigen Sauce und Kapern. Ein klassisches Vitello Tonnato Rezept.

Inhaltsverzeichnis

Ein gutes Vitello-Tonnato-Rezept lebt von zwei Dingen: zartem Kalbfleisch und einer cremigen Sauce, die salzig, frisch und nicht nach Thunfisch aus der Dose schmeckt. Ich zeige, welche Fleischstücke sich eignen, wie Sie die richtige Kerntemperatur treffen und wie die Sauce ohne viel Aufwand samtig wird. Außerdem gibt es eine praktische Variante für den Grill und Tipps zum Vorbereiten.

Zartes Kalbfleisch, kräftige Tonnato-Sauce und ein klarer Zeitplan

  • Fleisch: 800 g Kalbstafelspitz oder Kalbsnuss reichen für 4 Personen als Hauptgericht.
  • Kerntemperatur: Bei 56 bis 60 °C bleibt das Kalbfleisch saftig und zartrosa.
  • Sauce: Thunfisch, Sardellen, Kapern, Zitrone und Mayonnaise sorgen für die typische Würze.
  • Zeitplanung: Das Gericht schmeckt am besten gut gekühlt und lässt sich mehrere Stunden vorher vorbereiten.
  • Beilage: Rucola, grüner Salat, Ciabatta oder kleine Kartoffeln passen besser als schwere Sättigungsbeilagen.

Vitello Tonnato Rezept: Dünne Kalbfleischscheiben mit cremiger Thunfischsauce, Kapern und Petersilie. Ein Klassiker der italienischen Küche.

Was Vitello Tonnato so besonders macht

Vitello Tonnato stammt aus dem Piemont und wird traditionell als kalte Vorspeise serviert. Für eine deutsche Hauptmahlzeit darf die Portion ruhig großzügiger ausfallen. Dünn geschnittenes Kalbfleisch wird mit einer fein pürierten Thunfischsauce überzogen, die durch Kapern, Sardellen und Zitronensaft ihre Spannung bekommt.

Die Kombination klingt zunächst ungewöhnlich, funktioniert aber erstaunlich gut. Mildes Kalbfleisch bringt wenig Eigengeschmack mit und nimmt die würzige Sauce auf, ohne von ihr erschlagen zu werden. Ich finde, genau diese Balance macht das Gericht interessanter als einen gewöhnlichen kalten Braten.

Entscheidend ist die Temperatur beim Servieren. Das Fleisch sollte kalt, aber nicht eiskalt aus dem Kühlschrank kommen, sonst wirkt es fester und die Sauce verliert an Aroma. Ich nehme das fertige Gericht deshalb etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Essen heraus.

Die passenden Zutaten für vier Personen

Zutat Menge Hinweis
Kalbstafelspitz oder Kalbsnuss 800 g möglichst gleichmäßig dick
Thunfisch in Öl 180 g Abtropfgewicht gute Qualität, vollständig abgetropft
Mayonnaise 150 g selbst gemacht oder gute Delikatess-Mayonnaise
Sardellenfilets 3 bis 4 Stück für mehr Tiefe, nicht für einen dominanten Fischgeschmack
Kapern 2 EL plus einige Kapern zum Garnieren
Zitronensaft 1 bis 2 EL nach Geschmack dosieren
Senf 1 TL mittelscharf oder Dijon-Senf
Kalbsfond oder Brühe 3 bis 5 EL zum Verdünnen der Sauce
Salz und schwarzer Pfeffer nach Bedarf mit Salz vorsichtig sein, da Sardellen und Kapern salzen

Beim Thunfisch greife ich zu einer Sorte in Öl, weil sie meist saftiger und aromatischer ist als Thunfisch im eigenen Saft. Das Öl wird abgegossen, aber ein Teelöffel davon darf später in die Sauce, wenn sie runder schmecken soll. Beim Fleisch sind Kalbstafelspitz, Kalbsnuss und Kalbsfricandeau die zuverlässigsten Stücke.

Ein großes Stück mit gleichmäßiger Form gart kontrollierter als mehrere dünne Schnitzel. Kalbsfilet funktioniert ebenfalls, ist für dieses Gericht aber oft unnötig teuer und geschmacklich nicht zwingend besser.

Kalbfleisch schonend garen und richtig abkühlen

Die klassische Methode im Topf

Das Fleisch wird zunächst trocken getupft und rundum leicht gesalzen. Für mehr Röstaromen brate ich es in wenig Öl von allen Seiten an. Danach kommt es in einen Topf mit heißem Kalbsfond oder einer milden Brühe, ergänzt durch Zwiebel, Karotte, Sellerie, Lorbeer und einige Pfefferkörner.

Die Flüssigkeit soll das Fleisch nicht sprudelnd kochen, sondern nur leise ziehen. Bei etwa 80 bis 85 °C braucht ein Stück von 800 g ungefähr 45 bis 70 Minuten. Ein Bratenthermometer ist hier deutlich zuverlässiger als die Uhr.

Für zartrosa Fleisch nehme ich das Stück bei 56 bis 60 °C Kerntemperatur aus dem Topf. Es gart beim Ruhen noch leicht nach. Wer das Fleisch lieber vollständig durchgegart servieren möchte, lässt die Kerntemperatur entsprechend höher steigen, muss dann aber mit einer etwas festeren Struktur rechnen.

Die schnelle Ofenvariante

Nach dem Anbraten kommt das Kalbfleisch bei 120 °C Ober- und Unterhitze in den Ofen. Je nach Dicke ist es nach etwa 35 bis 55 Minuten fertig. Auch hier zählt die Kerntemperatur mehr als die angegebene Zeit, denn Form und Ausgangstemperatur des Fleisches machen einen deutlichen Unterschied.

Nach dem Garen lasse ich das Fleisch zehn Minuten ruhen und kühle es anschließend vollständig ab. Noch besser lässt es sich schneiden, wenn es mindestens 2 Stunden im Kühlschrank gelegen hat. Warmes Fleisch zerfällt leichter und wird selten so dünn, wie es für Vitello Tonnato nötig ist.

Eine cremige Tonnato-Sauce ohne schweren Geschmack

Für die Sauce püriere ich Thunfisch, Mayonnaise, Sardellen, Kapern, Senf und Zitronensaft zunächst sehr fein. Danach verdünne ich die Mischung löffelweise mit Kalbsfond, bis sie dickflüssig vom Löffel läuft. Sie soll das Fleisch bedecken, aber nicht wie eine feste Paste auf dem Teller liegen.

Der wichtigste Geschmackstest kommt erst nach dem Verdünnen. Fehlt Frische, hilft etwas Zitronensaft. Wirkt die Sauce zu salzig, geben Sie einen Löffel Mayonnaise oder Fond dazu. Ein wenig frisch gemahlener Pfeffer und eine kurze Ruhezeit von 30 Minuten machen die Aromen deutlich harmonischer.

Mayonnaise selbst herstellen

Für eine hausgemachte Variante verquirle ich ein Eigelb mit einem Teelöffel Senf und einem Esslöffel Zitronensaft. Unter ständigem Rühren kommen etwa 120 ml neutrales Öl in einem dünnen Strahl dazu. Anschließend wird die Mayonnaise mit den übrigen Zutaten püriert.

Selbst gemachte Mayonnaise schmeckt frischer, ist aber empfindlicher bei der Lagerung. Für ein Buffet oder einen warmen Sommertag ist eine gekühlte Fertigmayonnaise deshalb die unkompliziertere Wahl. Ich würde hier keine Light-Mayonnaise verwenden, weil sie oft zu wässrig wird.

So wird das Gericht appetitlich angerichtet

Das kalte Fleisch schneide ich mit einem scharfen Messer in möglichst dünne Scheiben. Wenn Sie eine Aufschnittmaschine haben, sind etwa 2 bis 3 Millimeter ideal. Die Scheiben werden leicht überlappend auf einer Platte verteilt und nicht zu eng übereinandergelegt.

Die Sauce kommt entweder als dünne Schicht über das Fleisch oder in kleinen Tupfen dazwischen. Ich bevorzuge eine moderate Menge, damit das Kalbfleisch noch erkennbar bleibt. Zum Schluss kommen Kapern, etwas Zitronenabrieb, glatte Petersilie und ein paar Tropfen Olivenöl darüber.

  • Als Hauptgericht: etwa 180 bis 200 g Kalbfleisch pro Person einplanen.
  • Als Vorspeise: 100 bis 130 g pro Person genügen.
  • Passende Beilagen: Rucola, grüner Salat, Ciabatta oder kleine Pellkartoffeln.
  • Weniger passend: schwere Rahmbeilagen, sehr süße Chutneys und stark gewürzte Kartoffelgerichte.

Die Säure der Sauce braucht einen ruhigen Begleiter. Ein trockener Weißwein, ein frischer Rosé oder Mineralwasser mit Zitrone passt für mich besser als ein kräftiger Rotwein. Auch ein Salat mit wenig Dressing reicht völlig aus, denn die Tonnato-Sauce bringt bereits Fett und Würze mit.

Typische Fehler und eine gute Grillvariante

Was häufig schiefgeht

  • Das Fleisch wird trocken: Meist wurde zu heiß gegart oder die Kerntemperatur nicht kontrolliert.
  • Die Sauce schmeckt flach: Oft fehlt Säure. Zitronensaft deshalb erst nach dem Verdünnen abschmecken.
  • Die Sauce ist zu salzig: Kapern und Sardellen addieren sich. Erst ganz am Ende nachsalzen.
  • Die Scheiben werden dick: Das Fleisch muss vollständig erkaltet sein und ein scharfes Messer haben.
  • Die Konsistenz ist zu fest: Kalbsfond oder Brühe esslöffelweise einarbeiten, statt mehr Öl zuzugeben.

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Vitello Tonnato vom Grill

Für die Grillversion grille ich das Kalbfleisch zunächst direkt rundum an und ziehe es anschließend in die indirekte Zone. Bei geschlossenem Deckel gart es dort weiter, bis das Thermometer etwa 52 bis 55 °C anzeigt. Nach zehn Minuten Ruhezeit steigt die Temperatur noch etwas an.

Diese Variante bringt eine feine Rauchnote mit, die gut zu Kapern und Zitrone passt. Sie ist allerdings weniger klassisch und verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit, weil die Hitze auf dem Grill stärker schwankt als im Ofen. Die Sauce bleibt kalt und wird erst auf dem vollständig abgekühlten Fleisch verteilt.

Der kleine Plan für einen entspannten Serviertag

Am praktischsten ist es, das Kalbfleisch am Vortag zu garen und über Nacht zu kühlen. Die Sauce kann ebenfalls einige Stunden vorher zubereitet werden. Kurz vor dem Essen schneiden Sie das Fleisch auf, richten es an und geben die Tonnato-Sauce darüber.

Reste sollten abgedeckt im Kühlschrank bleiben und innerhalb von ein bis zwei Tagen gegessen werden. Für mich ist das Gericht besonders stark, wenn es nicht überladen wird: gutes Kalbfleisch, eine ausgewogene Sauce, etwas Säure und knuspriges Brot reichen vollkommen aus.

Häufig gestellte Fragen

Kalbstafelspitz, Kalbsnuss und Kalbsfricandeau eignen sich besonders gut. Für vier Personen sind 800 g eines möglichst gleichmäßig dicken Stücks ausreichend. Kalbsfilet funktioniert ebenfalls, ist aber meist nicht nötig.

Für zartrosa Kalbfleisch sind 56 bis 60 °C ideal. Im Topf gart das Fleisch bei 80 bis 85 °C Flüssigkeit etwa 45 bis 70 Minuten, im Ofen bei 120 °C etwa 35 bis 55 Minuten. Entscheidend ist die Kerntemperatur, nicht die Garzeit.

Pürieren Sie Thunfisch, Mayonnaise, Sardellen, Kapern, Senf und Zitronensaft sehr fein. Kalbsfond oder Brühe wird löffelweise eingerührt, bis die Sauce dickflüssig vom Löffel läuft. Nach dem Verdünnen lässt sie sich mit Zitronensaft, Mayonnaise oder Fond ausbalancieren und sollte etwa 30 Minuten ruhen.

Das Fleisch kann am Vortag gegart und über Nacht gekühlt werden; die Sauce lässt sich einige Stunden vorher zubereiten. Schneiden und anrichten sollten Sie das Fleisch kurz vor dem Essen, anschließend kommt es 20 bis 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Reste bleiben abgedeckt gekühlt und sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen gegessen werden.

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Autor Renate Eichhorn
Renate Eichhorn
Mein Name ist Renate Eichhorn und seit 5 Jahren teile ich meine Leidenschaft für Kochen, Grillen und Genießen auf knossos-grill.de. Was als Hobby begann, ist über die Jahre zu einer echten Herzensangelegenheit geworden, bei der ich mich intensiv mit Rezepten und den besten Tipps rund um den Grill beschäftige. Ich liebe es, komplexe Themen rund ums Grillen so zu erklären, dass sie für jeden verständlich werden, und lege Wert darauf, dass meine Inhalte fundiert und aktuell sind. Mein Ziel ist es, Ihnen mit nützlichen und gut aufbereiteten Informationen zur Seite zu stehen, damit auch Sie die Freude am Kochen und Genießen voll auskosten können.

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