Zu knusprigem Fisch, Garnelen oder Kartoffelspalten gehört eine würzige Remoulade für mich einfach dazu. Mit Mayonnaise, Gurken, Kapern und frischen Kräutern ist sie in etwa 10 Minuten angerührt und schmeckt deutlich frischer als viele Fertigsoßen. Hier zeige ich mein klassisches Remoulade-Rezept, passende Abwandlungen, wichtige Kühlhinweise und die häufigsten Fehler bei der Zubereitung.
Die wichtigsten Kniffe für eine cremige Remoulade
- Basis: Mayonnaise, Schmand oder Joghurt sorgen für eine cremige Konsistenz.
- Würze: Cornichons, Kapern, Senf und Zitronensaft bringen Säure und Tiefe.
- Zeit: Nach mindestens 20 Minuten im Kühlschrank schmeckt die Soße runder.
- Passt zu: Besonders gut harmoniert sie mit paniertem Fisch, Backfisch, Kartoffeln und Sandwiches.
- Haltbarkeit: Selbst gemachte Remoulade sollte gut gekühlt und innerhalb von 1 bis 2 Tagen verbraucht werden.

Mein klassisches Remoulade-Rezept für vier Portionen
Ich bereite Remoulade am liebsten auf einer fertigen Mayonnaise-Basis zu und lockere sie mit Schmand. So bleibt die Soße cremig, bekommt aber eine angenehm leichte Note. Für etwa 300 g Remoulade benötigst du folgende Zutaten:
- 200 g Mayonnaise
- 100 g Schmand oder griechischen Joghurt
- 1 hart gekochtes Ei
- 2 Cornichons
- 1 EL Kapern
- 1 kleine Schalotte
- 1 EL gehackte Petersilie
- 1 EL gehackten Schnittlauch
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 bis 2 TL Zitronensaft
- 1 TL Gurkenwasser
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung in wenigen Schritten
- Das gekochte Ei, die Cornichons, Kapern und Schalotte sehr fein hacken. Je feiner die Würfel sind, desto harmonischer verteilt sich die Würze.
- Mayonnaise und Schmand in einer Schüssel glatt verrühren. Senf, Zitronensaft und Gurkenwasser unterheben.
- Ei, Gurken, Kapern, Schalotte und Kräuter einrühren.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Soße mindestens 20 Minuten kalt stellen.
Beim Abschmecken gebe ich die Säure lieber nach und nach dazu. Zu viel Zitronensaft macht die Remoulade schnell dünn, während ein kleiner Löffel Gurkenwasser oft genau die würzige Frische liefert, die noch fehlt.
Welche Zutaten den Geschmack wirklich bestimmen
Die Mayonnaise bildet das Fundament, sollte aber nicht alles überdecken. Eine eher milde Mayonnaise lässt Kräutern und Kapern Raum, während eine sehr säuerliche Variante weniger Zitronensaft braucht. Für eine leichtere Soße ersetze ich höchstens die Hälfte der Mayonnaise durch Joghurt, sonst verliert die Remoulade schnell ihre typische Fülle.
| Zutat | Aufgabe in der Soße | Gute Alternative |
|---|---|---|
| Cornichons | Säure, Frische und leichter Biss | Gewürzgurken |
| Kapern | Salzige, pikante Würze | Etwas mehr Senf |
| Schalotte | Feine Zwiebelnote | Frühlingszwiebel |
| Schmand | Lockert die Mayonnaise auf | Naturjoghurt oder Crème fraîche |
| Kräuter | Frische und Aroma | Kerbel, Dill oder Estragon |
Beim Fisch setze ich gern auf Dill und etwas mehr Zitronensaft. Zu Roastbeef oder kaltem Braten darf die Soße kräftiger ausfallen, etwa mit einem zusätzlichen Teelöffel Senf und einer Prise Estragon.
So passt du die Remoulade an dein Gericht an
Für Fisch und Meeresfrüchte
Zu Backfisch, Fischstäbchen, Kabeljau oder Garnelen funktioniert die klassische Variante besonders zuverlässig. Ich rühre manchmal einen halben Teelöffel Dill und etwas Zitronenabrieb ein. Die Soße wirkt dadurch frischer, ohne den feinen Geschmack von Fisch zu überdecken.
Für Burger und Sandwiches
Als Brotaufstrich sollte Remoulade etwas fester und kräftiger sein. Dafür lasse ich das Gurkenwasser weg und ergänze 1 TL geräuchertes Paprikapulver oder fein gehackte Röstzwiebeln. Zu Fischbrötchen passt auch ein wenig Meerrettich sehr gut.
Für Kartoffeln und Grillgerichte
Zu Ofenkartoffeln, Pommes oder gegrilltem Gemüse darf die Soße cremiger und milder ausfallen. Eine Mischung aus 150 g Mayonnaise und 150 g Joghurt macht sie leichter und eignet sich gut für ein großes Grillbuffet. Bei sehr heißen Speisen serviere ich sie separat und stelle sie erst kurz vor dem Essen auf den Tisch.
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Eine schnelle vegane Variante
Für eine pflanzliche Version verwende ich vegane Mayonnaise und ungesüßten Sojajoghurt. Das Ei fällt weg, die übrigen Zutaten bleiben gleich. Ein kleiner Schuss Gurkenwasser und zusätzliche Kräuter gleichen den fehlenden Eigeschmack gut aus.
Die häufigsten Fehler bei selbst gemachter Remoulade
Der häufigste Fehler ist grob geschnittenes Gemüse. Große Gurken- oder Zwiebelstücke machen die Soße ungleichmäßig und lassen einzelne Zutaten zu dominant wirken. Ich hacke deshalb alles möglichst fein, ohne die Zutaten zu einem Brei zu verarbeiten.
- Zu flüssig: Weniger Gurkenwasser verwenden und die Remoulade 30 Minuten kühlen.
- Zu sauer: Einen Esslöffel Mayonnaise oder Schmand unterrühren.
- Zu langweilig: Mit Senf, Kapern, Pfeffer oder etwas Zitronenabrieb nachwürzen.
- Zu salzig: Die Soße mit Mayonnaise und Joghurt strecken, nicht mit Wasser.
- Zu schwer: Einen Teil der Mayonnaise durch Joghurt ersetzen.
Geduld macht hier tatsächlich einen Unterschied. Direkt nach dem Verrühren schmeckt die Zwiebel oft scharf und die Soße uneinheitlich. Nach 20 bis 30 Minuten Ruhezeit verbinden sich die Aromen deutlich besser.
Aufbewahrung und hygienische Zubereitung
Selbst gemachte Remoulade gehört in ein sauberes, verschließbares Gefäß und sofort in den Kühlschrank. Ideal sind Temperaturen von etwa 4 bis 7 °C. Mit gekauftem Ei-Mayonnaise bleibt sie bei sauberer Arbeitsweise meist 1 bis 2 Tage genießbar.
Wer Mayonnaise mit rohem Ei selbst zubereitet, sollte nur sehr frische Eier oder pasteurisierte Produkte verwenden. Für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist die Variante mit gekaufter Mayonnaise oder hart gekochtem Ei die unkompliziertere Wahl. Was einmal längere Zeit auf dem Grillbuffet stand, sollte nicht wieder zurück in den Kühlschrank.
Der beste Serviermoment für deine Remoulade
Ich nehme die Soße etwa 10 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank. Dann ist sie nicht mehr eiskalt, bleibt aber stabil und frisch. Besonders gelungen finde ich sie zu knusprigem Fisch, Zitronenkartoffeln und einem einfachen grünen Salat.
Für den nächsten Grillabend kannst du die Grundmenge problemlos verdoppeln. Entscheidend bleiben fein gehackte Zutaten, vorsichtige Säure und etwas Ruhezeit. Mehr braucht eine gute Remoulade meistens nicht.
